Der Bahnhof als Tor zur Welt: Die Herausforderung verfallener und veralteter Bahnhöfe

Kurzer Reisebericht von Gotha nach Amt Creuzburg

by Ronald Rassmann

Ein paar Gedanken zu meiner Reise vom 11.09.2026 vom Hauptbahnhof Gotha nach Amt Creuzburg. Meine Beobachtungen möchte ich hier in Kurzform festhalten.

Die Stadt Gotha hat zum Glück einen Bahnhof mit ICE-Halt; mit dem ICE bin ich an diesem Donnerstagvormittag allerdings nicht gefahren, einer ist fast mit Lichtgeschwindigkeit durchgerauscht. Als ich am Bahnhof ankam, erblickte ich erst einmal am Busbahnhof auf der rechten Seite eine Absperrung und ab da eine Bretterwand mit Hinweisen, wie man zu den Gleisen kommt. Der Gothaer Bahnhof wird jetzt endlich nach fast 30 Jahren modernisiert. Angeblich soll er 2029 fertig sein – arbeiten die im Schneckentempo? Früher hat man in einem Jahr zwei bis drei solche Objekte erbaut bzw. modernisiert, und die hatten damals in den 30er-Jahren nicht einmal die Technik von heute. Die Stadt, die Bahn und Co. sollten sich in Grund und Boden schämen.

Auf Gleis 1 geht es mit dem Fahrstuhl erst einmal ins Untergeschoss, und dann kann man entweder per Treppe die Gleise erreichen oder man fährt – wie ich – bequem mit dem Fahrstuhl nach oben. Zum Glück war die RB20 nach Eisenach pünktlich, allerdings war der Zug schon gut gefüllt. Die Fahrt von Gotha nach Eisenach dauert ca. 20 Minuten. Ganz anders als in Gotha präsentiert sich übrigens der Bahnhof in Eisenach – der hat mir wirklich sehr gut gefallen, da dort einfach alles an einem Ort vereint ist: WC, Gastro, Shoppingmöglichkeiten und ein ordentlicher Warteraum. Sehr praktisch war auch hier die Fahrt mit dem Hopperticket, mit dem die Hin- und Rückfahrt für 13,40 Euro extrem günstig war.

Sehr praktisch ist, dass in Gotha der Busbahnhof direkt gegenüber liegt. Es war noch genug Zeit, das Ticket für die Hin- und Rückfahrt nach Amt Creuzburg zu kaufen. Pro Fahrt kostet es 4 Euro – im Vergleich zum Taxi, das laut Auskunft ca. 55 Euro kosten würde, ein echtes Schnäppchen. Die Buslinie 170 fährt nach Amt Creuzburg, die Fahrt dauert so um die 20 Minuten. Positiv fielen die dunkelblauen, breiten Sitze auf, die Sauberkeit und das Display ganz oben beim Fahrer. Im Display wurden die Strecke und der nächste Haltepunkt angezeigt, zusätzlich gab es eine Ansage.

Mein Ausstieg war Amt Creuzburg Markt. Ganz in der Nähe der Bushaltestelle befindet sich das Hotel, Restaurant und Café „Alte Posthalterei“. Ich war dort allerdings nicht als Gast, sondern als Immobilienmakler, da die Alte Posthalterei aus Altersgründen verkauft werden soll. Natürlich kann man dort weiterhin übernachten, im Restaurant speisen oder bei schönem Wetter draußen im Biergarten sitzen. Mehr Details dazu im nächsten Artikel.

Die Rückfahrt erfolgte nicht mit der Linie 170, sondern mit der 173 – ein ganz billiger Linienbus. Die Sauberkeit war in Ordnung, ein Display war ebenfalls vorhanden, allerdings keine Ansage. Die böse Überraschung: Die Straßen sind so kaputt, dass die Fahrt durch die ganzen Dörfer und Mini-Orte überwiegend wie auf einem Traktor war. Diese Straßen würde ich gerne der Bundesregierung um die Ohren hauen: Anstatt in Deutschland die Infrastruktur zu erneuern und zu modernisieren, werden Milliarden unseres Steuergeldes ins Ausland (Ukraine, Afrika und Co.) gepumpt oder sich als Beamte an Steuergeldern bereichert. Wo ist Robin Hood?

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